Entwicklung in Endorf: Verkehr, Windkraft und kommt der Druberg als Nächstes?

In den vergangenen Monaten hat sich in Endorf und Umgebung einiges getan – insbesondere im Zusammenhang mit dem zunehmenden LKW-Verkehr durch das Dorf. Anlass war der Bau des Windparks Waldeshöhe, für den zeitweise bis zu 60 LKW-Fahrten pro Tag vorgesehen waren. Diese Belastung ist bislang jedoch weitgehend ausgeblieben. Zum einen wurde weniger Schotter ins Baugebiet transportiert als ursprünglich geplant, zum anderen hat sich der Transportweg über Endorf – wie bereits vermutet – in der Praxis nicht durchgesetzt, und die geforderte Quote erwies sich als unpraktikabel.
Maßnahmen zur Verkehrsentlastung – ein Zwischenstand
Auf Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie politischer Vertreter wurden verschiedene Maßnahmen angestoßen, um die Situation zu verbessern:
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Es wurden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt – sowohl für PKW als auch für LKW. Ergebnis: Viele Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Die Polizei HSK wird nun verstärkt kontrollieren.
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Die digitale Geschwindigkeitsanzeige am Ein- und Ausgang des Dorfes wurde repariert und ist wieder im Einsatz.
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Die Einführung einer 30er-Zone für LKW wurde umgesetzt.
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In Bönkhausen wurden erste Straßenschäden ausgebessert.
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Weitere Fahrbahnmarkierungen im Dorf wurden angeregt, um den Verkehrsfluss sicherer zu gestalten.
Diese Maßnahmen zeigen erste Wirkungen. Doch eines ist klar: Die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.
Windkraft: Neue Planungen, neue Belastungen am Druberg?
Während erste Herausforderungen bearbeitet wurden, steht bereits das nächste Thema vor der Tür: Weitere Windkraftanlagen direkt in Endorf scheinen konkret geplant zu sein – diesmal im Bereich Druberg.
Einige Bürgerinnen und Bürger haben die ersten Hinweise bereits bemerkt: Auf Waldwegen wurden Stellen zur Errichtung neuer Windräder markiert. Das sorgt für Verunsicherung, denn eine offizielle Ankündigung oder Information gab es bislang nicht.
Warum erfährt man davon so spät?
Auf Nachfrage beim Hochsauerlandkreis wurde erklärt, dass es sich beim Gebiet Druberg um einen sogenannten Windenergiebereich (WEB, siehe Titelbild) handelt. Diese sind durch den Regionalplan bereits festgelegt. Für Anlagen in einem WEB gilt das vereinfachte Genehmigungsverfahren nach dem neuen WindBG – ohne Öffentlichkeitsbeteiligung.
Erst wenn der Antrag vollständig vorliegt, wird das Projekt auf der Karte des HSK veröffentlicht, und das Beteiligungsverfahren mit den Behörden wird eingeleitet.
Verständnis für Interessen – aber klare Forderung nach Transparenz
Es ist nachvollziehbar, dass mit solchen Projekten langfristige Einnahmen in fünf- bis sechsstelliger Höhe erzielt werden können – insbesondere für einzelne Eigentümerinnen und Eigentümer. Dass in solchen Fällen Verschwiegenheit gewahrt wird, um finanzielle Interessen zu schützen, ist menschlich verständlich.
Doch dieser private Nutzen steht in keinem Verhältnis zu den Belastungen, die eine große Zahl von Anwohnerinnen und Anwohnern zu tragen hat. Die Windräder am Druberg werden für die Endorfer sichtbarer und näher sein als jene auf der Waldeshöhe. Intransparente Abläufe befeuern Unzufriedenheit – und fördern die Spaltung innerhalb unserer Dörfer.
Die – im Zuge des Projekts Waldeshöhe gegründete – Initiative fordert daher eine offene und frühzeitige Kommunikation.
Die Entwicklungen werden weiterhin kritisch begleitet.